Navigation überspringen

Wie Sie sich nach einem Verkehrsunfall verhalten sollten.

Autounfall
Foto: mrivserg – Fotolia

Nach einem Unfall ist die Aufregung erst einmal groß. Oft kochen auf der einen oder anderen – oder auch auf beiden – Seiten die Emotionen hoch.

Behalten Sie einen klaren Kopf!

Sie sind gesetzlich verpflichtet so lange am Unfallort zu bleiben, bis Ihre Personalien und Ihre Unfallbeteiligung feststeht. Länger müssen Sie nicht vorort bleiben.

Wenn Sie der Meinung sind, dass Sie den Unfall nicht verschuldet haben, rufen Sie undbedingt die Polizei. Bei leichten Unfällen kann es Ihnen passieren, dass die Polizei den Unfall nicht aufnehmen will, versuchen Sie sie jedoch dazu zu bringen. Falls Ihnen dies nicht gelingt, sichern Sie so viele Beweise wie möglich. Machen Sie möglichst Fotos von den Unfallfahrzeugen, der Unfallstelle und den Beschädigungen an den Fahrzeugen. Lassen Sie sich Namen und Adressen von Zeugen geben.

Ganz wichtig ist natürlich in diesem Fall auch, dass Sie sich die Daten des Unfallgegners geben lassen. Lassen Sie sich den Personalausweis oder den Führerschein zeigen. Auch das Kennzeichen des gegnerischen Fahrzeugs und den Fahrzeugtyp sollten Sie, wenn nicht schon durch Fotos geschehen, notieren.

Sind Sie der Meinung, dass Sie den Unfall verschuldet haben, geben Sie keinesfalls vor Ort ein spontanes Schuldbekenntnis ab. Auch nicht gegenüber den Polizeibeamten. Lassen Sie sich nicht verunsichern oder gar einschüchtern. Sie gefährden sonst nicht nur die Durchsetzbarkeit Ihrer eigenen Ansprüche, sondern auch Ihren Versicherungsschutz, da Sie sich mit der Unterzeichnung Ihres Kfz-Haftpflichtversicherungsvertrages verpflichtet haben, alles zu unterlassen, was die Versicherung in ihren Verteidigungsmöglichkeiten einschränken könnte.

Auch ein von der Polizei ausgesprochenes Verwarnungs- oder Bußgled sollten Sie nur in ganz eindeutigen Fällen ( z. B. wenn Sie auf ein vor einer roten Ampel stehendes Fahrzeug aufgefahren sind) akzeptieren, da dies gerne als Schuldanerkenntnis gewertet wird.

Rufen Sie im Zweifel schnellstmöglich Ihren Anwalt an.

Ganz wichtig: Nehmen Sie keine Regulierungsangebote der (gegnerischen) Versicherung an, ohne sich vorher mit Ihrem Anwalt beraten zu haben. Die Versicherung hat ein Interesse daran, die Angelegenheit möglichst kostengünstig abzuwickeln. Sie wird allenfalls das, was Sie geltend machen, zahlen. Doch: Wissen Sie denn, was Ihnen alles zusteht?

Auch vor den Kosten der Inanspruchnahme eines Anwalts müssen Sie nicht zurückschrecken. Der Unfallgegner, bzw. seine Haftpflichtversicherung, ist verpflichtet, auch die Kosten Ihres Anwalts im Umfang der Haftung zu übernehmen. D. h., wenn Ihr Gegner den Unfall allein verschuldet hat, dann muß er auch Ihre Anwaltskosten vollständig übernehmen. Wenn Sie eine Verkehrsechtsschutzversicherung haben, übernimmt diese die Anwaltskosten und sie zahlen allenfalls die mit ihrer Versicherung vereinbarte Selbstbeteiligung. Das aber auch nur, wenn und soweit Sie den Unfall verschuldet haben.