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Auch bei Bewußtseinsverlust und anschließendem Tod ist Schmerzensgeld geschuldet.

Emergency doctor and nurse or ambulance team giving oxygen to accident victim
Kzenon – Fotolia.com

Wenn ein naher Angehöriger bei einem Unfall derart schwer verletzt wird, dass er bewußtlos bleibt, nichts mehr empfinden kann und schließlich stirbt, so ist das für die Angehörigen ein Schock.

Früher bekamen sie dann, wenn sie zumindest einen finanziellen Ausgleich in Form eines Schmerzensgeldes für das Unfallopfer geltend machten, von den Gerichten auch noch zu hören, dass allenfalls ein geringes, symbolisches Schmerzensgeld geschuldet sei, da der Betroffene ja nichts mehr empfunden und damit auch nicht gelitten habe.

Das ist heute anders. Nach heutiger Rechtsprechung führt der Verlust des Bewußtseins und der Empfindungsfähigkeit nicht zu einer Minderung des Schmerzensgeldes. Es handelt sich bei der durch den Unfall hervorgerufenen Zerstörung der Persönlichkeit um eine für die Bemessung des Schmerzensgeldes gesonderte Fallgruppe. Hier ist, so die Rechtsprechung, die spezifische Beeinträchtigung in Form eines Persönlichkeitsverlustes angemessen zu entschädigen. Was angemessen ist, richtet sich in diesen Fällen vornehmlich danach, wie lange das Opfer den Unfall und die hierdurch hervorgerufenen Verletzungen überlebt hat.

So erhielten die Erben eines Angehörigen, der bei einem Unfall schwerste Hirnverletzungen erlitt und nach 6 Monaten und 8 Operationen seinen schweren Verletzungen erlag, ein Schmerzensgeld i. H. v. 45.000,- € zugesprochen, und zwar unter Berücksichtigung einer 25%tigen Mithaftung des Verstorbenen an dem Unfall (OLG Naumburg, Urteil vom 26.03.2015 – 2 U 62/14).

Was Angehörigen noch an finanziellen Entschädigunen zusteht, wenn ein Familienmitglied bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommt, habe ich in diesem Artikel erläutert: